Er ist in fast jedem Haushalt in Bad Bevensen zu finden, schmückt im Advent Fenster und Auslagen und gehört zum Heilbad in der Heide wie die Therme und die Kirche — der gedrechselte "Siebenstern".
Jeder der drei Querträger auf der sich nach oben verjüngenden Säule trägt eine Kerze. Von oben betrachtet bilden die drei Arme ein Sechseck um die siebte Kerze auf der Spitze der Pyramide. Sie tauchen die Advents-Gottesdienste in der Dreikönigskirche in ein warmes Licht und strahlen aus den Fenstern auf die Straßen des Heidekurortes.
Siebensterne gibt es in hellem oder dunklem Holz, schlicht oder bunt bemalt, manche fast schon künstlerisch anmutend. Wann und von wem sie zum ersten Mal angezündet wurden, ist nicht bekannt.
Völkerkundler ordnen den Siebenstern den Lichter-Pyramiden zu, die auch in Skandinavien und im Erzgebirge als weihnachtliche Festleuchter dienen. Andere Quellen sehen einen Zusammenhang mit den sieben Sternen im Sternbild des Großen Bären - Sinnbild der germanischen Göttin Freya.
Fest steht jedoch, dass die Bevenser ihre Siebensterne erstmals am 1. Weihnachtstag des Jahres 1842 zur Frühmette in die Dreikönigskirche trugen. Die evangelische Landeskirche hatte nämlich den Gemeinden die Mittel für die Beleuchtung der Frühmette gestrichen. Es musste gespart werden, und die Frühmette zu Weihnachten war der Landeskirche als Relikt aus katholischen Zeiten ein Dorn im Auge.
Aber die Bevenser ließen sich von der Maßnahme nicht einschüchtern. Der damalige Pastor Herbst wusste Rat: "Denn bringt doch jo Söbensterns mit, de jüt to Huus hebt!" So wurde die Frühmette des 1. Weihnachtstages 1842 zum ersten Siebensterngottesdienst in der Dreikönigskirche.
Dieser Brauch hat sich bis heute erhalten: Frühmorgens gehen die Bevenser am ersten Weihnachtstag mit ihren Siebensternen zum Gottesdienst. Hunderte Siebensterne leuchten mit ihrem warmen Licht in der Dreikönigskirche.
Von weit her kommen inzwischen die Gottesdienstbesucher. Und weil auch die Gäste diese besonders festliche Atmosphäre erleben wollen, gibt es "Siebenstern-Gottesdienste" inzwischen auch an den Nachmittagen der Adventssonntage.
Ein Grund mehr, im Dezember ein besinnliches Wochenende in dem Jod-Sole-Thermalbadeort in der Heide einzulegen - ein wenig zur Ruhe zu kommen und sich am Ende des Jahres wieder auf das Wesentliche zu besinnen.