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Religiöse Zentren in der Lüneburger Heide: die sechs aktiven Heideklöster


In der Lüneburger Heide gibt es sechs aktive evangelische Frauenklöster. Die durchweg sehenswerten Gebäude stammen aus der Zeit der Backsteingotik, der Renaissance oder des Barock. Der jüngste und zugleich einzige evangelische Klosterneubau in Norddeutschland ist Kloster Medingen, 1787 im frühklassizistischen Stil gebaut.

In den "Heideklöstern" leben heute allein stehende Frauen evangelischen Glaubens in einer christlichen Lebensgemeinschaft, aber in eigenen Wohnungen und mit einem eigenen Garten. Anders als katholische Klöster haben die Damenstifte eher soziale, kulturelle und musische Funktion.


Kloster Ebstorf

Das Kloster Ebstorf wurde um 1160 von Prämonstratensermönchen gegründet. Nach einem Brand kamen aber schon im 12. Jahrhundert Benediktinerinnen aus dem Kloster Walsrode nach Ebstorf. Ebstorf entwickelte sich bald zu einem Marienwallfahrtsort. Klostergebäude und Kreuzgang aus dem 14. Jahrhundert sind in norddeutscher Backsteingotik vollständig erhalten, ebenso die große Hallenkirche mit der Nonnenempore.  mehr


Kloster Isenhagen in Hankensbüttel

1243 wurde das Kloster von Herzogin Agnes von Meißen, einer Schwiegertochter Heinrichs des Löwen, in Alt-Isenhagen als Zisterzienser-Mönchskloster gegründet. Nach einem Brand wurde es nach Marienrode verlegt und ab 1262 als Zisterzienser-Frauenkloster genutzt. Nach einem weiteren Brand begann man 1345 mit dem Bau des jetzt noch bestehenden Klosters in Hankensbüttel.  mehr


Kloster Lüne in Lüneburg

Das frühere Benediktinerinnenkloster wurde 1172 gegründet. Nach zwei Bränden entstanden ab 1372 die bis heute erhaltenen mittelalterlichen Gebäude nicht weit entfernt vom Zentrum der historischen Salzstadt Lüneburg. Vom Bahnhof sind es nur etwa 15 Minuten Fußweg zum Kloster. Kloster Lüne ist auch mit den Buslinien 7 und 15 zu erreichen. Das Kloster ist seit der Reformation ein evangelisches Damenstift.  mehr


Kloster Medingen in Bad Bevensen

Seit 1336 gibt es in Medingen, das damals noch Zellensen hieß, das Kloster. Ursprünglich ein Zisterzienserinnen-Frauenkloster wurde es nach der Reformation unter Herzog Ernst ("dem Bekenner") zu Braunschweig und Lüneburg 1559 zum "Evangelischen Damenstift". Der Anordnung des Landesherren von 1524, zum lutherischen Glauben zu wechseln, hatte sich der Konvent 30 Jahre lang im "Nonnenkrieg" widersetzt.  mehr


Kloster St. Johannes in Walsrode

Dieses Kloster ist zwar das älteste der sechs "Heideklöster", hat aber auch die wechselvollste Geschichte der Damenstifte erlebt. Es wurde laut einer Urkunde von König Otto III. schon Mitte des 10. Jahrhunderts als Kanonissenstift gegründet und ist Johannes dem Täufer geweiht. Fast 300 Jahre später wurde es in ein Benediktinerinnenkloster umgewandelt, behielt allerdings die Lebensform des freiweltlichen Kanonissenstiftes bei.  mehr


Kloster Wienhausen

Kloster Wienhausen ist wegen seiner reichen kunsthistorischen Ausstattung das bekannteste der sechs Lüneburger Klöster. Es wurde 1221 zunächst in Nienhagen gegründet, aber zehn Jahre später wegen der Mückenplagen in dem sumpfigen Gelände nach Wienhausen an der Aller verlegt. Auch Wienhausen ist wie Isenhagen eine Stiftung von Herzogin Agnes, Markgräfin von Meißen, eine Schwiegertochter des Sachsenherzogs Heinrich des Löwen.  mehr






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