Das frühere Benediktinerinnenkloster wurde 1172 gegründet. Nach zwei Bränden entstanden ab 1372 die bis heute erhaltenen mittelalterlichen Gebäude nicht weit entfernt vom Zentrum der historischen Salzstadt Lüneburg. Vom Bahnhof sind es nur etwa 15 Minuten Fußweg zum Kloster. Kloster Lüne ist auch mit den Buslinien 7 und 15 zu erreichen. Das Kloster ist seit der Reformation ein evangelisches Damenstift.
Über die Jahrhunderte konnte die bemerkenswerte architektonische Struktur erhalten werden. Der Klosterhof wird auf drei Seiten von gotischen Gebäuden aus dem 15. und 16. Jahrhundert und auf der vierten Seite von dem repräsentativen spätbarocken Gästehaus gesäumt.
In der Brunnenhalle des Klosters wird der Besucher seit über 600 Jahren vom Plätschern des gotischen Brunnens - des so genannten Handsteins - begrüßt, der sein Wasser in eine große bronzene Schale ergießt.
Besonders beeindruckend sind neben der Brunnen-Halle und den Kreuzgängen die Buntglasfenster aus dem 14. bis 17. Jahrhundert, das Refektorium mit den Seccomalereien, der "Sarggang" und die "Uhlenflucht" mit den bemalten ehemaligen Nonnenzellen aus der nachreformatorischen Zeit.
Die Kirche wurde 1410 geweiht und ist besonders wegen des geschnitzten Propststuhls, der Barockorgel von 1645, dem Taufbecken und dem gotischen Altar-Triptychon sowie dem Nonnenchor mit einem Beweinungsbild aus der Werkstatt von Lucas Cranach d. Ä. besuchenswert. Eine Leuchter-Madonna, verschiedene gotische Schränke und Truhen - die älteste von 1174 - und Prozessionsfahnen aus dem frühen 15. Jahrhundert sind zu bewundern.
Der kostbarste Besitz des Klosters wird im 1995 eröffneten Textilmuseum gezeigt: Weißstickereien - mit Leinengarn auf Leinen gestickte Altar- und Fastentücher aus dem 13. und 14. Jahrhundert, sowie Bildteppiche und Banklaken, mit farbiger Wolle auf Leinen. Sie wurden um 1500 im so genannten "Klosterstich" gestickt und sind hervorragend erhalten. Alle Exponate wurden von den Konventualinnen im Kloster gefertigt und stellen biblische Themen und Heiligenlegenden dar.
Führungen sind zwischen 1. April und 15. Oktober Dienstag bis Samstag 10.30 Uhr und 14.30 - 17 Uhr, am Sonntag um 11.30 Uhr und von 14.30 - 17 Uhr möglich. Montags und am Karfreitag geschlossen. Für Gruppen ist eine Anmeldung erforderlich.
Anschrift & Kontakt
Kloster Lüne
Sophie-von-Bodendike-Platz
21337
Lüneburg
+49 (0) 4131/52318
+49 (0) 4131/56052



