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Celle - alte Residenzstadt


Bild: Schloss Celle Kunterbunt in Kunst und Kultur, das ist Celle - eine der schönsten Städte Deutschlands, Bundessieger und Vertreter Deutschlands im europäischen Wettbewerb Entente Florale "Unsere Stadt blüht auf".

Als die Lüneburger Bürger 1371 die herzogliche Burg in Lüneburg zerstörten, wählten die Herzöge Celle zum Fürstensitz. Nach 1530 und der Einführung der Reformation ließ Herzog Ernst der Bekenner die Residenz zum Renaissanceschloss umbauen. Das heutige barocke Erscheinungsbild ist jedoch auf Herzog Georg Wilhelm (1665 - 1705) zurückzuführen. Er veranlasste umfangreiche Um- und Ausbaumaßnahmen.

Nach dem Tod Georg Wilhelms wurde das Celler Schloss nicht mehr regelmäßig bewohnt. Von 1772 bis 1775 lebte die dänische Königin Caroline Mathilde nach ihrer Scheidung von Christian VII. im Ostflügel des Schlosses. Die Geschichte des verrückten dänischen Königs, der seine Gattin, eine englische Prinzessin, dem Leibarzt und Kabinettsminister Struensee ans Herz legte, ist im historischen Roman "Der Besuch des Leibarztes" von Per Olov Enquist nachzulesen. Der Aufklärer und Reformator Johann Friedrich Struensee wurde zum Geliebten von Königin Caroline Mathilde. Der Leibarzt des labilen Königs bestimmte vier Jahre lang als heimlicher Regent die Geschicke des dänischen Königreichs. Das Residenzmuseum im Schloss zeigt eine umfangreiche Darstellung zur Geschichte des Königreichs Hannover und zum Leben der dänischen Königin Caroline Mathilde.

Das Theater im Schloss ist eines der ältesten erhaltenen Hoftheater in Deutschland. Heute wird es wieder von einem eigenen Ensemble bespielt. Die Schlosskapelle ist die einzige erhaltene frühprotestantische Hofkapelle und mit ihrer farbenfrohen Innenausmalung ein sehenswertes Zeugnis norddeutscher Renaissance.

In Celle sollte man auf jeden Fall ausreichend Zeit für einen Stadtrundgang zwischen den alten Häusern einplanen. Ihre Bibelfestigkeit und Lateinkenntnisse können Besucher dabei besonders gut in der Kalandstraße testen. Der Name erinnert an einen mittelalterlichen halb religiösen Orden, der in der heutigen Lateinschule sein Versammlungshaus hatte. Die Häuser der Straße wurden fast alle zwischen 1601 und 1603 erbaut. Ihre Beschlagwerkornamentik im Gebälk verrät mit vergoldeten Schriftzeichen in zahlreichen deutschen und lateinischen Bibelsprüchen den ursprünglichen Zweck der Häuser.

Ebenfalls sehenswert: das Alte Rathaus, die Stechbahn, das prächtige Hoppenerhaus und natürlich die Stadtkirche mit den Renaissance-Grabmälern der Celler Herzöge im Chor. Auf den 74,5 Meter hohen Turm der 700 Jahre alten Kirche steigt noch heute jeden Morgen und jeden Abend ein Turmbläser, um den Tag wie in alten Zeiten mit Trompetenchorälen zu begrüßen oder zu verabschieden.

Zahlreiche überregional bekannte Events haben in unserer Zeit ihren Platz zwischen den mehr als 500 Fachwerkhäusern der Altstadt gefunden. Der Kunsthandwerkermarkt, der Celler Weinmarkt, das Altstadtfest und der romantische Weihnachtsmarkt sind Besuchermagnete erster Ordnung.

Von herausragender Bedeutung sind auch die jährlichen Hengstparaden in Celle. Ende September, Anfang Oktober zeigen im Niedersächsischen Landgestüt die weltbekannten "Hannoveraner" ihr Können zwischen historischen Gebäuden und alten Baumbeständen.





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