Rund um den 169 Meter hohen Wilseder Berg liegen heute die größten zusammenhängenden Heideflächen Westeuropas. Der "Naturschutzpark Lüneburger Heide" ist rund 230 Quadratkilometer groß und wurde 1921 ausgewiesen. Der Erhalt dieser Kulturlandschaft ist wesentlich Pastor Wilhelm Bode (1860-1927) aus Egestorf zu verdanken: Wilhelm Bode hatte bereits 1906 den "Totengrund" erworben und 1910 den Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide gegründet.
Durch die Verkleinerung der Heideflächen war auch das Landschaftsbild freundlicher geworden. Das zog zunächst Maler und Schriftsteller an, in deren Gefolge dann Ausflügler und Städter kamen, die zumindest im Sommer auf dem Land Ferien machen wollten. Es entstanden neue Siedlungen an den Rändern der Heide, Ferienhäuser und Ferienwohnungen in den kleinen Heideorten.
Um die Wende zum 20. Jahrhundert sollte dann auch der "Totengrund" bei Wilsede bebaut werden und auf dem Wilseder Berg ein Gasthaus entstehen. Da griff Pastor Bode ein und warb eindringlich für den Erhalt der Heimat. Professor Dr. Thomsen aus Münster ermöglichte ihm mit 6000 Goldmark den Kauf des "Totengrundes", um die Zersiedelung abzuwehren. Der vom "Heidepastor" gegründete Verein Naturschutzpark kaufte 1910 Hof und Land am Wilseder Berg für 100.000 Goldmark. Das war der Grundstock für den ersten deutschen Naturschutzpark.
Die heutige Größe des Naturschutzpark ist wesentlich dem persönlichen Engagement und der Stiftung des Hamburger Kaufmanns Alfred C. Töpfer zu danken, die immer wieder neue Flächen für den Verein erworben hat.
Der Wilseder Berg ist die höchste Erhebung in der norddeutschen Tiefebene und beliebtes Ziel von Kutschfahrten, Wanderern und Radfahrern. Das Naturschutzgebiet ist autofrei und im Dorf Wilsede selbst leben nur etwa 60 Menschen. Dennoch wählen insbesondere zur Heideblüte im August/September Hunderttausende den Weg zum Wilseder Berg und zum benachbarten "Totengrund" mit der typischen Heideromantik. Das 1907 in Wilsede gegründete Heimatmuseum "Dat ole Huus" zeigt die authentische Einrichtung eines alten Heidebauernhauses.
Ausgangspunkte für Wanderungen und Kutschfahrten, und auch mit dem Auto zu erreichen, sind Undeloh, Döhle, Nieder- und Overhaverbeck.
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