Gifhorn ist das südliche Tor zur Lüneburger Heide. Die 44.000 Einwohner große Stadt wird majestätisch von einer großen Windmühle überragt: dem Nachbau der Mühle von Sanssouci, einem Teil des Internationalen Mühlen-Freilichtmuseums Gifhorn. 15 Wasser-, Wind- und Pferdemühlen belegen, wie Menschen in aller Welt sich in der vorindustriellen Zeit die Kräfte der Natur nutzbar machten. Weitere 45 Mühlen sind in einer großen Ausstellungshalle im Modell zu bestaunen.
Am Rand der historischen Altstadt liegt in einem Bogen der Ise, die in Gifhorn in die Aller mündet, das Schloss. Heute ist es Sitz der Kreisverwaltung. 1525 ließ es Herzog Franz von Braunschweig und Lüneburg (1508-1549) als seine Residenz bauen. Von hier aus führte der Bruder von Herzog Ernst dem Bekenner, selbst ein streng protestantischer Fürst, ein stilles patriarchalisches Regiment. Der Schlossbau wurde allerdings erst 1581 fertig gestellt und diente dann den Welfen bis ins 18. Jahrhundert mal als Witwensitz, mal als Jagdschloss.
Aus dem 16. Jahrhundert sind noch das Torhaus, die Kapelle, das Kommandantenhaus und das so genannte Ablagerhaus erhalten. Die im Rund geschlossenen Giebel und Zwerchhäuser waren ein Markenzeichen des Renaissance-Baumeisters Michael Claren und seines Sohnes. Im Kommandantenhaus gibt es wechselnde Ausstellungen zur Geschichte des Schlosses und zur Stadtentwicklung. Die Schlosskapelle von 1547 ist als eine der ersten protestantischen Kirchenbauten besonders sehenswert.
Das historische Gifhorn ist eine der planmäßigen Stadtgründungen der Renaissance. Gegenüber vom Schloss liegt der Marktplatz und beginnt heute die Fußgängerzone "Steinweg". Das alte Rathaus mit seiner Holzschnitt-Ornamentik stammt von 1562. Die erhaltenen Ackerbürgerhäuser mit ihrem beeindruckenden Fachwerk stehen meist mit dem Giebel zur Straße. Beim "Kavaliershaus", 1546 als Gästehaus des Schlosses erbaut, wurde vor das Fachwerk eine Steinfassade vorgesetzt. Heute beherbergt es ein besuchenswertes Museum für Wohnkultur. Die St.-Nikolaikirche am Beginn der Fußgängerzone ist ein protestantischer Barockbau aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Sehenswert sind darin besonders der verzierte Kanzelaltar und die Christian-Vater-Orgel von 1748.
Stadt und Landkreis Gifhorn haben auch sonst eine beeindruckende Kulturszene vorzuweisen. Die Highlights sind entlang der "KultTour" zusammengefasst und mit Fahrrad oder sogar per Boot zu erreichen.
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